Der Ort
Nach dem großen Erfolg des letzten Jahres werden die Freilichtspiele Lana das Publikum auch in diesem Jahr wieder an einen neuen Aufführungsort führen. Als besondere Herausforderung für Regie und Ensemble wurde für 2008 die
Obstgenossenschaft Lana zum Ort des Schauspiels unter freiem Himmel auserkoren. Rund tausend Apfelkisten auf dem Gelände der Obstgenossenschaft in der Sonnenstraße werden zum Bühnenbild für das groteske Schauspiel "
Yvonne, die Burgunderprinzessin" des polnischen Schriftstellers
Witold Gombrowicz. Der außergewöhnliche Spielort inmitten tausender Apfelkisten bietet einzigartige Möglichkeiten, einen nie zuvor genützten Bühnenraum zu schaffen, um in die außergewöhnliche Geschichte dieses Stückes einzutauchen. “Die karge Kistenlandschaft bildet einen passenden Kontrapunkt zur märchenhaften Maskerade der glamourösen Hofgesellschaft, die nach innen fault und nach außen glänzt”, sagt der künstlerische Leiter der Freilichtspiele Lana Günther Götsch.
Das Stück
In "Yvonne, die Burgunderprinzessin" verlobt sich Prinz Philipp mit der unansehnlichen Yvonne, obwohl oder gerade weil er sich durch den verheerenden Anblick dieses Mädchens in seiner Würde verletzt sieht. Als „Freigeist“ versucht er dem natürlichen Ekel nicht zu gehorchen, den diese seltsame Person in ihm auslöst. Doch sieht er schließlich ein, dass er sich damit zum Gespött des ganzen Hofes macht. Die Anwesenheit Yvonnes beginnt die Hofgesellschaft insgesamt zu irritieren und erzeugt eine sonderbare Stimmung. Die Königsfamilie gerät in eine immer schwierigere Lage.
Das ungesunde Lachen bei Hofe aus wie eine Epidemie, die Stimmung wird gefährlich. Schließlich versucht der Prinz, Yvonne, die sich in ihn verliebt hat, wieder loswerden. Absurde Verdächtigungen kommen auf, Schadenfreude und Klatsch greifen um sich. Da sieht er ein, dass er handeln muss. Doch nicht nur er. König, Kammerdiener, Königin, jeder versucht auf eigene Faust, Yvonne zu töten. Doch sie einfach umzubringen ist schwierig, denn es gibt keinen plausiblen und schon gar keinen formellen Grund, der einen solchen Mord rechtfertigen würde, die Konventionen lassen es nicht zu.
Dummheit und Unsinn wachsen unaufhörlich und führen schließlich zu einer Verrohung der Ideen. Auf den Rat des Kammerdieners hin beschließen sie schließlich, den Mord gemeinsam zu organisieren. Durch den kollektiven Entschluss kann der Anschein der Souveränität, der Herrschaft und Überlegenheit gewahrt werden. Der Mord wird ein Mord aus Staatsräson, er kommt von oben und ist „vernünftig“, denn es soll endlich wieder Ruhe einkehren.
Die Künstler
Auch diesen Sommer werden wieder Publikumslieblinge und viele bekannte Gesichter der Südtiroler Theaterszene unter der Regie von Helga Walcher einen unvergesslichen Theaterabend auf die Freilichtbühne zaubern.
Informationen und Tickets:
www.freilichtspielelana.eu - Tel. +39 349 7396609