
Zeugen erster menschlicher Besiedelung
Bei
Sankt Gertraud im
Ultental gute 30 Kilometer von Meran entfernt steht eines der ältesten
Naturdenkmäler Südtirols: Die
Ultner Ur – Lärchen, welche mit einem Alter von wohl über 2000 Jahren auch als die ältesten Nadelbäume Europas gelten. Um diese Zahl zu verdeutlichen: Die
Ultner Ur - Lärchen haben mit dem Römischen Imperium und dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation
zwei große Kaiserreiche weit überlebt. Gleichzeitig sind sie
stumme Zeugen der ersten menschlichen Besiedlungstätigkeit im
hinteren Ultental, wachsen sie doch am Rande eines Bannwaldes, der die so genannten
Außerlahnhöfe vor Lawinen schützen soll.
Dass die Bäume seit damals im doppelten Sinne viel „mitgemacht“ haben, das wird schon allein bei ihrem Anblick klar: Von Wind und Wetter gezeichnet, ragen die
drei Lärchen mit ihren bis zu acht Meter dicken Stämmen auf 1430 Metern Meereshöhe bis zu
35 Meter hoch in den Himmel. Es könnten sogar noch mehr sein, hätten nicht Blitzeinschläge ihre sichtbaren Spuren in den Wipfeln hinterlassen. Auf das Konto äußerlicher Widrigkeiten geht auch der
Verlust einer vierten Lärche, welche im Jahr 1930 umstürzte. Immerhin hatte man so allerdings die Möglichkeit, die Anzahl der
Jahresringe und damit indirekt das ungefähre Alter des Nadelbaums zu überprüfen: es waren über 2000.
Informationsangebot und Zugang
Diese und noch weiterführende Informationen findet der Besucher seit 2002 auch direkt am Naturdenkmal selbst auf einer dreisprachigen
Schautafel ausgestellt: In deutsch, italienisch und englisch gibt das
Landesamt für Landschaftsökologie hier einen Überblick über die
naturkundlichen und
kulturgeschichtlichen Besonderheiten der Lärchen. Des weiteren laden eine Sitzgruppe sowie ein Brunnen aus Lärchenholz dazu ein, den Ultner Ur-Lärchen etwas mehr als nur einen flüchtigen Blick zu widmen. Auch der neu angelegte, leicht begehbare
Wiesenweg, der zu dem geschichtsträchtigen Naturdenkmal führt, macht aus den Ultner Ur – , Lärchen ein bequemes und angenehmes
Ausflugsziel.