Die Ultner Urlärchen

Rund zweitausend Jahre alt sind die Ultner Ur-Lärchen. Die ältesten Nadelbäume Europas stehen als stumme Zeugen der Geschichte am Rande eines Bannwaldes in St. Gertraud im Ultental. Von Wind und Wetter gezeichnet, ragen die drei Lärchen mit ihren bis zu acht Meter dicken Stämmen auf 1430 Metern Meereshöhe bis zu 35 Meter hoch in den Himmel. Blitzeinschläge haben sichtbare Spuren in den Wipfeln hinterlassen. Die vierte Lärche stürzte im Jahr 1930 um. So hatte man die Möglichkeit, das ungefähre Alter des Nadelbaums zu überprüfen: es waren über 2000.

Informationen zu den Ur-Lärchen findet der Besucher seit 2002 bei den Ur-Lärchen auf einer dreisprachigen Schautafel. Des weiteren laden eine Sitzgruppe sowie ein Brunnen und der neu angelegte, leicht begehbare Wiesenweg aus Lärchenholz dazu ein, den Ultner Ur-Lärchen etwas mehr als nur einen flüchtigen Blick zu widmen.

Gut zu wissen
Die Lärche, der einzige nur sommergrüne Nadelbaum Europas, bezaubert gleichermaßen im zartgrünen Frühjahrsaustrieb mit den roten Zapfblüten und mit der goldgelben Herbstfärbung. Noch heute wird alljährlich das in eigenen Bohrlöchern angesammelte Lärchenharz, in Südtirol Lörget genannt, entnommen. Es diente als Volksheilmittel und Rohstoff für die Industrie, heute dient es vor allem zur Herstellung der traditionellen „Goaßln“.
Das harzreiche Lärchenholz ist gegen Witterungseinflüsse äußerst resistent und so prägt es die traditionelle Ultner Hofarchitektur. Ein Dach aus gespaltenen Lärchenschindeln kann Jahrzehnte überdauern.
Alte Bäume sind ein wahrer Mikrokosmos von Flechten, Pilzen, Algen, Moosen und Insektenlarven. In den morschen Baumhöhlen finden Spechte, Eulen, Marder und Fledermäuse Unterschlupf. Im Volksmund werden die Urlärchen deshalb "Fledermauslarch" genannt.

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16.05.12
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